Action Days 2007


Von Nico Hartmann

Ein wortwörtlich "Heißer Samstag"

Am Morgen des 25.8.2007 um 10:00 war für die Feuerwehr Waldsee eine Veranstaltung geplant. Dieser sogenannte „Heiße Samstag“ , welcher sich dann als wortwörtlich heiß herausstellte, sollte verschiedene realitätsnahe Übungen enthalten.

Die erste Alarmierung führte die Kräfte der Feuerwehr ins das Kieswerk der Firma Rohr in Waldsee. Durch das Alarmstichwort „Verschüttete Person auf Sandberg“ konnten sich die Kräfte schon auf der Anfahrt auf die voraussichtliche Situation vorbereiten. Nach wenigen Minuten rückten dann die ersten Kräfte mit 3 Fahrzeugen zur Einsatzstelle aus. Im Kieswerk angekommen bot sich den Rettern folgende Lage: Eine Person war von einer Maschine, welche über einem großen Sandberg hing, gestürzt und nicht ansprechbar gewesen.

Daraufhin wurden die Steckleiterteile des LF 16/12 und des LF 8/TS zusammengefügt und an den Berg angelegt. Auf dieser Leiter konnten dann die Kräfte zur Person "klettern". Nach Erstbetreuung der Person wurde dann die Rettung veranlasst. Per Schleifkorbtrage wurde die Person langsam den Berg herabgelassen und dem virtuellen Rettungsdienst übergeben. Eine wichtige Rolle spielte bei dieser Übung der Eigenschutz und die Eigensicherung gegen ein Abstürzen und Einsinken in den Berg. Selbst das wurde aber bei den mittlerweile 40°C in der Sonne nicht vergessen.

Während dem Zusammenräumen der Gerätschaften wurde dann auch gleichzeitig die sog. Manöverkritik durchgeführt. Jedoch wurde die erste Übung des Tages sehr gut gemeistert. Danach ging es wieder in das Gerätehaus der Feuerwehr Waldsee. Dort angekommen wurde sich erstmal der Schweiß von der Stirn gewischt und etwas zu Trinken geholt. Bereits nach wenigen Minuten des Verschnaufens, ertönten bereits wieder die Funkmeldeempfänger der Feuerwehrangehörigen mit dem Alarmstichwort "Waldsee Anglerheim, Garagenvollbrand, eine Person vermisst". Sofort nach der Alarmierung rückten die Kräfte der FF Waldsee zur E-Stelle aus. Dort angekommen erkundeten die Gruppenführer der Fahrzeuge die Lage. Wie bereits durch die Alarmierung in Erfahrung gebracht werden konnte Stand eine Garage in Vollbrand wobei sich in dieser noch eine Person befinden soll.
Da direkt neben dem Anglerheim die Schlicht, ein beliebter Badesee in der Region, lag, bekam die Mannschaft des LF 8 durch ihren Gruppenführer folgende Aufgabe: Wasserentnahme offenes Gewässer! Dies bedeutet, dass mit Hilfe einer TS8/8 , welche auf dem LF8 permanent verladen ist, Wasser aus dem See gesaugt wird und zu den Trupps am Brandherd weitergeleitet werden kann. Die Trupps des LF16 hatten währenddessen die Aufgabe der Brandbekämpfung und der Personenrettung. Nachdem die Wasserleitung stand, ging ein Trupp unter Atemschutz mit einem C-Rohr zur Brandbekämpfung in die Garage vor. Dort wurde dann auch die Person gefunden und von dem Angriffstrupp nach draußen gebracht. Dort wurde sie betreut und dem "Rettungsdienst übergeben". Ein Trupp des LF8 sicherte währenddessen die Ausbreitung der Flammen von außen mit einem C-Rohr. Nachdem der Brand gelöscht war wurde die Garage mit Hilfe eines Hochdrucklüfters noch rauchfrei gebracht.
Wieder wurden nach der Übung die Schläuche und Geräte zusammengepackt und eine Manöverkritik durchgeführt.

Danach wurde die Mannschaft zum gemeinschaftlichen Essen im Anglerheim eingeladen. Dort gab es dann für jeden Bratwurst und reichlich Trinken, welches in der Mittagssonne notwendig war. Am frühen Nachmittag ging es dann wieder retour zum Gerätehaus der Feuerwehr Waldsee. Dort angekommen kamen die Kameraden der Feuerwehr Otterstadt um das in Waldsee stationierte Mehrzeckboot, kurz MZB, zu holen und zu einer Übung zu fahren. Dies gab den Wehrangehörigen eine kurze Verschnaufpause.

Als die Kameraden jedoch wieder weg waren folgte bereits die nächste Alarmierung, mit dem Stichwort: "Schwerer Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person". Sofort wurde die Einsatzkleidung angelegt und mit den Fahrzeugen zur E-Stelle gefahren. Dort bot sich den Rettern folgendes Bild: Ein Auto war auf einen Transporter aufgefahren, der Baumstämme geladen hatte. Mehrere Baumstämme rollten von dem Transporter und "quetschte" eine Person darunter ein. Ein weiterer Baumstamm durchstoß die Windschutzscheibe des aufgefahrenen PKW’s und traf den Fahrer am Kopf.

Nach erster Erkundung wurden dann alle technischen Mittel zu den verunfallten Fahrzeugen gebracht und mit der Rettung der Personen begonnen. Die Person unter den Baumstämmen war allerdings nicht sehr ernst verletzt sodass sie als erstes gerettet wurde und dem Rettungsdienst übergeben wurde. Währenddessen betreute ein Wehrmann den Fahrer des PKW’s. Nachdem das erste Opfer schließlich gerettet war wurde mit der Befreiung des zweiten Opfers begonnen. Dazu wurde der Baumstamm vorsichtig aus der Windschutzscheibe gezogen um den Rettern den Weg zum Patienten zu erleichtern und die Situation zu entschärfen. Weiterhin wurde die 12V Fahrzeugbatterie abgeklemmt um sämtliche elektrischen Geräte abzuschalten. Zusätzlich wurden die Scheiben des Autos kontrolliert und ohne viel Dreck entfernt. Mit Hilfe hydraulischer Rettungsgeräte wurde dann das Dach vom Fahrzeug getrennt und die Schnittstellen gesichert. Die Person wurde dann per Rettungsbrett aus dem Auto gezogen. (Nähere Details auf den Bildern ersichtlich). Somit waren alle Personen gerettet und nach der Säuberung der E-Stelle auch dieser Einsatz erfolgreich abgeschlossen.

Wiederum wurde eine Manöverkritik durchgeführt und das Gerätehaus wieder angefahren.

Nach kurzem Aufenthalt ging auch schon der nächste Alarm ein. Das Alarmstichwort war zwar möglich, jedoch hoffte man auch, dass diese Alarmierung niemals real vorkommen würde. Das Alarmierungsstichwort war: "Waldsee, starke Rauchentwicklung aus kath. Kirche, mehrere vermisste Personen".

Sofort wurde wieder Einsatzkleidung angelegt und die katholische Kirche angefahren. Da diese nur wenige Meter von dem Gerätehaus entfernt lag, dauerte die Anfahrt nur wenige Sekunden. Nach erster Lageerkundung wurde festgestellt dass ein Raum in der Kirche brannte. Da die Kirche zur Zeit umgebaut wurde konnte auch nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Arbeiter in der Kirche sind. Daraufhin wurde umgehend eine Wasserversorgung aufgebaut und die Brandbekämpfung durch einen Trupp begonnen. Dieser drang mit einem C-Rohr in das Gebäude vor. Dort wurden auch die Personen gefunden und gerettet. Einige Zeit später ertönte über die 2m-Band Funkgeräte ein Funkspruch des Atemschutztrupps im Inneren des Gebäudes. Dieser lautete wie folgt: "Mayday Mayday Mayday, Truppmann verletzt, benötigen Rettungstrupp"

Aber auch dies gehörte nur zur Übung. Damit sollte die Reaktion auf unerwartete Vorfälle geübt werden. Jedoch wurde auch das gemeistert. Bereits nach 20 Minuten war auch diese Übung abgeschlossen und es wurde die 4. Manöverkritik des Tages durchgeführt.

Während des Abbaus der Geräte bekam ein Wehrangehöriger einen besorgten Anruf eines Familienvaters, dass seine Tochter sich in einem Zimmer des 1. OG’s eines Gebäudes eingeschlossen habe und mit Suizid gedroht habe. Sofort rückten die Kräfte an die E-Stelle, welche sich als das Gerätehaus der Feuerwehr Waldsee rausstellte. Nachdem der Vater durch Kameraden beruhigt und betreut wurde, wurde mit der Rettung der Person begonnen. Mehrere Wehrmänner drangen durch ein Fenster zur Person vor und machten sie zur Rettung bereit. Mit einer Anhängeleiter, einem Rollgliss und einer Schleifkorbtrage wurde die Person per Höhenrettung zu Boden gelassen und dort dem Rettungsdienst übergeben…die 5. Manöverkritik folgte.

Zum Abschluss des Tages wurden die Kräfte an eine etwas weiter entfernt gelegene E-Stelle gerufen, nämlich an einen Althreinarm. Dort solle sich ein Flächenbrand befinden. Dort angekommen wurde dann beschlossen eine "Wasserentnahme offenes Gewässer mit Wasserförderung lange Wegstrecke" aufzubauen und den Brand zu bekämpfen. Bereits nach wenigen Minuten stand auch schon die Wasserversorgung und der Brand konnte bekämpft werden. Dies war für diesen sehr heißen Tag der letzte realitätsnahe "Einsatz" für die Wehrmänner der Feuerwehr Waldsee.

Wieder im Gerätehaus angekommen wurde zum gemeinsamen Abendessen eingeladen und der sehr heiße, anstrengende und lehrreiche Tag wurde locker ausklingen gelassen. Die gesamte Wehrführung war mit dem Tag sehr zufrieden und sieht sehr positiv in die Zukunft.

Kameraakku leer

 

Weitere Bilder

 
Und dann war der Kameraakku leider leer...

letzter Einsatz

[ 30 ] - 17.10.2011 7:56
Gebäudevollbrand


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